Spezialisierung

Spezialisierung

NRW - neuer Krankenhausplan

Für die Kliniken in NRW wird es ernst. Künftig ist nicht mehr die Bettenzahl das zentrale Planungsinstrument. Die Krankenhäuser in NRW sollen sich vielmehr auf bestimmte Leistungen spezialisieren.

Mit der Reform soll die Qualität der Versorgung gesichert und erreicht werden, dass eine Krankenhausstruktur nicht durch Wettbewerb geordnet wird. Hintergrund ist, dass es in einigen Regionen in NRW eine Überversorgung und starken Konkurrenzkampf um Patienten gibt, während ländliche Regionen teils unterversorgt sind. Hinzu kommt der Personalmangel in Kliniken. Die Patienten sollten auch weiterhin „eine gewisse Wahlfreiheit“ bei den Krankenhäusern haben. Die tiefgreifende Reform der Krankenhauslandschaft hat bundesweit Modellcharakter. Beschlossene Sache ist, dass eine einzelne Klinik künftig nicht mehr alles machen soll.

Zur Ermittlung des stationären Bedarfs wird die jährliche Fallzahl je medizinischer Leistung, etwa bei Hüft- und Knie-Prothesen, Organtransplantationen oder Geburtshilfe herangezogen. Das Krankenhaus muss vorgegebene Qualitätskriterien in der gewünschten Leistungsgruppe erfüllen. Ein Kernpunkt ist, dass ein Krankenhaus mit internistischer und chirurgischer Versorgung für 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Autominuten erreichbar sein muss. Intensivmedizin muss flächendeckend vorgehalten werden. NRW ist das erste Bundesland mit einem solchen Modell.

Am 17. Oktober 2022 werden die Bezirksregierungen die Krankenhäuser zu Verhandlungen mit den Krankenkassen über regionale Planungskonzepte auffordern. Ab diesem Zeitpunkt können die Krankenhäuser die dafür nötigen Unterlagen digital in einer Datenaustausch- und Analyseplattform einstellen.

Am 17. November sollen dann die Verhandlungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen über eine Spezialisierung der Kliniken beginnen. Dafür haben die Beteiligten laut Gesetz ein halbes Jahr Zeit. Danach prüfen die Bezirksregierungen und abschließend das Gesundheitsministerium die regionalen Pläne. Dafür werden auch Verbände, Kommunen und Gewerkschaften angehört.

Im Jahr 2024 entscheidet das Ministerium über den Versorgungsauftrag der einzelnen Krankenhäuser. Ein Feststellungsbescheid legt fest, welche Leistungen ein Krankenhaus erbringen soll und in welchem Umfang. Dann wissen die derzeit 337 Krankenhäuser, auf welche Leistungen sie sich künftig spezialisieren müssen.

Spezialisierung

In Zukunft müssen sich Kliniken auf Leistungen fokussieren. Sie konzentrieren sich auf bestimmte Leistungen von Behandlungen bzw. diagnostische Verfahren und spezialisieren sich dadurch.

Etymologisch bedeutet Spezialisierung die Konzentration auf Details (oder Einzelheiten) oder die Beschränkung auf ein Teilgebiet, welches eingehend bearbeitet wird.

Spezialisierung bezeichnet die Ausrichtung oder Ab-/Eingrenzung auf ein Fachgebiet. Kliniken beschränken sich dann innerhalb eines größeren Bereichs auf ein bestimmtes Teilgebiet und erwerben durch Wiederholung und Vertiefung fundierte Fähigkeiten und Kenntnisse in diesem Feld.

Ein zentraler Vorteil der Spezialisierung ist es, dass Kliniken und deren Mitarbeitende auf einem betreffenden Gebiet eine ausgewiesene Expertise und damit eine hohe Sichtbarkeit und Reputation entfalten. Eine Klinik, die sich auf einige wenige spezielle Felder fokussiert, kann sich intensiver in die jeweiligen Behandlungen auf einem Spezialgebiet einarbeiten und ein fundiertes, tiefgreifendes Wissen über die zentralen Themen aufbauen.

Aus ökonomischer Perspektive sind mit einer Spezialisierungsstrategie noch weitere Vorteile verbunden. So können spezialisierte Kliniken effizient und effektiv arbeiten. Sie nutzten gängige Theorien, Methoden und Konzepte, die sie wiederholt verwenden und weiter spezifizieren können. Kliniken haben einen Anreiz, in ihre Fähigkeiten zu investieren, um ihre ökonomischen Erlösmöglichkeiten zu verbessern.

Spezialisierung führt zugleich zu Kostenersparnissen: Geräte, Materialien, Daten, Konzepte, o.ä. können mehrfach genutzt werden, wodurch sich ökonomische und zeitliche Ressourcen reduzieren lassen. In der ökonomischen Theorie werden diese Effekte auch Skalenvorteile genannt, weil sich durch die Mehrfachnutzung die anfallenden Kosten – in diesem Fall für z.B. Dokumentation bei Aufnahme, Diagnostik, Eingriffen, Therapien und Entlassung – bei gleichzeitig steigender Menge senken lassen. Auch können bei der Spezialisierungsstrategie Lern- bzw. Erfahrungsgewinne zum Tragen kommen.

Neben ökonomischen Vorteilen lassen sich auch soziale Vorteile der Spezialisierung erkennen. Innerhalb einer definierten, überschaubaren, spezialisierten Community können leichter Kontakte angebahnt und dichte Netzwerke aufgebaut werden. Das fördert die Motivation, erleichtert Kooperationen und kann zu besseren Erfolgsaussichten bei kooperativen Kliniken führen.

Schließlich ist aus soziologischer Sicht ein Expertenstatus mit einer Reihe von Vorteilen verknüpft, wie etwa bei Legitimität und Glaubwürdigkeit.

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